Bericht meiner Russlandreise 2005
Bei meiner Ankunft in Russland waren die 5 Welpen (1 Rüde, 4Mädchen ) etwa 6 Wochen alt. Untergebracht waren sie in einem kleinen Gehege, das in dem großen 1,5 ha Gehege stand. Das war nötig um ihren Gesundheitszustand und ihr Gedeihen zu beobachten, denn das große Gehege mitten im Wald ist sehr unübersichtlicht mit riesigen Bäumen, meterhohem Farn, Gebüsch, Sumpf und einem kleinen Bach.
Das große Gehege
Die Welpen waren recht scheu was allerdings später ihrer Auswilderung zugute kommt.Wir saßen täglich bis spät abends im Gehege, an uns hatten sie sich dann gewöhnt, als allerdings Arbeiter am großen Gehege den Zaun ausgebessert haben waren sie ziemlich nervös.Am Gehege stand auch ein Zelt,in dem wir abwechselnd übernachtet haben, zum Schlafen kam man allerdings kaum, denn die Welpen spielten und tobten mit kurzen Pausen die ganze Nacht herum!
Nachdem kräftige Gewittergüsse das Zelt völlig aufgeweicht hatten, haben wir auf der Station von Vladimir Bologov übernachtet. Das bedeutete allerdings einen täglichen Fußmarsch morgens und abends von je fast 5 km, quer durch die Wildnis, Wege gibt es dort nicht und das Gras und die Blumen der weiten Wiesen sind hüfthoch, wunderschön , aber anstrengend zum Laufen.
Der Weg zum Gehege
Wir haben auch in dem verlassenen Dorf, nur 1 km vom Gehege entfernt übernachtet, aber eine Rattenfamilie hauste unter dem Fußboden und fraß nachts unsere Essensvorräte, da sind wir lieber wieder ausgezogen.
Die Welpen bekamen Fisch und Fleisch, aber auf die abendliche Milchmahlzeit Esbilac haben sie sich immer gierig gestürzt.
Vladimir Bologov mit dem kl. Rüden
Mitte August wird die Tür des kl. Geheges geöffnet und sie können das Große nutzen und schon mal ein wenig die Jagd auf Mäuse, Vögel und andere Kleintiere üben, obwohl sie weiter gefüttert werden.
eins der vier "Mädchen"
Im nächsten Frühjahr wird das große Gehege geöffnet und sie sind frei, es wird allerdings weiterhin Fleisch im Gehege abgelegt bis sie völlig selbstständig sind und das Beutemachen beherrschen. Diese Wölfchen haben laut Bologov beste Überlebenschancen, im weiten Umkreis von seiner Station wurde seit etlichen Jahren kein Wolf mehr geschossen .
Außer mir waren noch etliche Studenten aus Deutschland, Frankreich, Schottland, Finnland und Russland vor Ort, die in Gruppen aufgeteilt waren und unter der Führung von Rangern Feldforschung betrieben. Das heißt, sie haben an Hand von Spuren aufgezeichnet wie viele Wölfe sich im ganzen Gebiet aufhalten, wie viele Jungtiere dabei sind und welche Beute sie machen. Vladimir Bologov hofft in naher Zukunft einige seiner Wölfe mit Radiohalsbändern ausrüsten zu können um leichter festzustellen wo sie sich aufhalten.
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