Bericht meiner Russlandreise 2006

Vladimir Bologov hatte beschlossen die Jungwölfe von 2005 am 4. Mai, ihrem 1. Geburtstag, freizulassen. In den letzten Wochen hatten sie mehrfach versucht, den Gehegezaun zu überklettern und so gezeigt, dass sie die Welt dahinter zu erkunden wünschten. Das Frühjahr ist die beste Zeit der Entlassung in die Freiheit. Es gibt Beutetiere im Überfluss, vor Allem viele Jungtiere, die leicht zu fangen sind. So können die Jungwölfe das Beutemachen üben um bis zum nächsten Winter perfekte Jäger zu werden

Tauwetter

Laetitia Becker, eine französische Studentin, hat die Jungwölfe ein Jahr lang in dem Gehege betreut und all ihre Aktivitäten aufgezeichnet. Zu ihr hatten die Tiere Vertrauen aufgebaut und sogar mit ihr gespielt. Als sie allerdings einmal in Begleitung einiger anderer Studenten das Gehege betrat, ließ sich kein Wolf blicken. Sie sind absolut menschenscheu und vorsichtig, was ihrer Auswilderung zugute kommt.

Am Tag vor ihrer Freilassung hatten wir einen großen, toten Hasen als „Gastgeschenk“ dabei der dann doch zu verlockend war. So konnte ich sehen, wie prächtig sich die Welpen entwickelt hatten, sie umkreisten ihn etwa 20 Min. misstrauisch bis sie ihn sich schnappten. Am Tag danach blieb die Gehegetür abends offen. Am nächsten Morgen hatten 3 Wölfe das Gehege verlassen. Die Alphawölfin und die Scheuste waren noch darin. Am Morgen danach war das Gehege leer. Es führte allerdings eine Bärenspur hinein (Gott sei Dank auch wieder hinaus!) Der Besuch des Bären hat die beiden Wölfinnen sicher bewogen sich auch endlich durch die Tür in die Freiheit zu wagen. Nun sind die Gehege wieder leer für die nächsten von Jägern gefangenen Welpen, um sie auf ein freies Leben vorzubereiten.

Eins der Mädchen und Wolfs-und Bärenspur

Die Spuren der Wölfe fanden wir überall, sogar bis zur Hälfte unseres Heimweges zur Station. Die Wölfe werden ein freies, wenn auch manchmal beschwerliches Leben haben, ich wünsche ihnen Jagdglück und eine gute Zeit!

Zwei Siege im Kampf zur Erhaltung der Wölfe in Russland hat Vladimir Bologov inzwischen errungen. Nach mehreren Eingaben bei der Regierung ist nun endlich das Töten der Wölfe wenigstens in seiner Region mit Gift verboten und die Wolfsjagd nur noch im Winter erlaubt.Das hindert allerdings die Jäger nicht, weiterhin Welpen auszugraben, denn wie man dort sagt: Russland ist groß und der "Zar" ist weit weg.

Ich konnte wieder einen ansehnlichen Geldbetrag nach Russland mitnehmen und Vladimir Bologov bedankt sich an dieser Stelle bei den Spendern,die er per mail nicht erreichen konnte!

Neuigkeiten aus Bashkiria :

Anschließend war ich mit Vladimir Bologov noch ein paar Tage in Bashkiria (Ural) um zu sehen was aus den Welpen von 2004 geworden ist. Diese Wölfe waren schon einmal freigelassen worden, mussten aber wieder in ihr 1 ha großes Gehege zurückgebracht werden weil sie zu zahm waren und jeden freudig begrüßten, vor allem weidende Schafe, die allerdings als Beute.

Aus den Welpen von 2004 in Bashkiria haben sich diese prächtigen Wölfe entwickelt

Einen Tag vor unserem Flug dorthin hat sich Trauriges ereignet: Die Wölfin hat die Geburt ihrer Welpen nicht überlebt, sie konnte sie wohl nicht gebären und verendete in ihrer Wurfhöhle. Eigentlich hatte V.Bologov vor, einige ihrer Welpen mitzunehmen um sie später wieder im Ural freizulassen.

Nun wird man bei den beiden einsamen Rüden noch ein oder zwei halbzahme Jungwölfe eingliedern, denn es ist dort ein Wolfscenter für Schulklassen und Touristen im Entstehen. Das Gehege wird vergrößert und ein Gästehaus ist im Bau.

handzahm und verschmust

die beiden Jungs

Omegarüde

Das Bayrische Fernsehen hat im letzten Frühjahr auch einen Film über diese Wölfe in Bashkiria gedreht der schon einmal gesendet wurde.

Es war wieder ein großartiges Erlebnis bei den Wölfen in Russland zu sein!

Seit Juni 2006 leben diese vier Welpen im Aufzuchtsgehege.

Altair und Arkturus stammen aus dem Südural,Cassioppee und Castor aus der Provinz Udmurtia. Auch diese Wölfchen wurden von Jägern aus ihren Höhlen ausgegraben und von Vladimir Bologov freigekauft.

Altair und Arcturus

Cassioppee und Castor

Bis zum nächsten Frühsommer werden sie sich zu kräftigen Jungwölfen entwickelt haben, die bereit sind ein Leben in Freiheit zu führen.

Reisebericht aus Russland von 2007 !

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